Allgemein/Kopfkino

Alleinsamkeit – Ein Abend im Circus MoMoLo

Alleinsamkeit – Ein Abend im Circus MoMoLo

Es ist ein frühlingshafter Freitagabend und das Zelt des Circus MoMoLo unweit der Lichtenhainer Brücke bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Titel der Vorstellung „Alleinsamkeit“ beschreibt den Zustand des Einzelnen, der von vielen Menschen umgeben sein kann, sich aber dennoch einsam fühlt.

Zirkus

Projekte zu realisieren, innerhalb derer junge Künstler diese „Alleinsamkeit“ überwinden, hat sich der Jenaer Kinder- und Jugendzirkus MoMoLo seit 2006 auf die Fahne geschrieben.

20.22 Uhr Das Licht geht aus und der Italiener Andrea Baccomo, am heutigen Abend Tänzer, Bassspieler, Jongleur und Regisseur in Personalunion, betritt die Manege. „Was mache ich, wenn ich allein bin?“ fragt seine Marionette, nachdem die Puppe festgestellt hat, dass die Begrüßungsformel „Meine Damen“ Blödsinn ist, da die Damen im Publikum ihr ja gar nicht gehören.

Eröffnet wird ein ca. einstündiges Kleinkunstprogramm, begleitet von Martin am Schlagzeug, Frauke am Cello und Jonas am Bass/Gitarre.

Immer wieder interagieren die Musiker mit dem Maler Thomas, der innerhalb des Abends aus vier leeren Leinwänden Bilder entstehen lässt. Töne und Farben vermischen sich bei ihm während des Schaffensprozesses (z.B. durch ein Mikrofon an der Leinwand), Rhythmen werden zu Linien.

Zur Tanzperformance von Frauke läuft ein französisches Chanson vom Band. Ihre Bewegungen und die Musik dazu passen wunderbar in die Atmosphäre dieses Zirkuszelts. Sie scheint mit der Manege zu verschmelzen.

Teresas darauf folgende Choreografie erinnert an das legendäre Moulin Rouge, ein Varieté im Pariser Stadtviertel Montmartre. Danach begeistert Andrea Baccomo die Zuschauer mit einer Jonglage-Performance, die genau abgestimmt wurde mit der Musik der Begleitband.

Plötzlich steht Jonas allein mit seinem Bass im Mittelpunkt der Manege und zeigt sein Können am Instrument, gefolgt von Roxanna mit einer Mischung aus Ausdruckstanz und Akrobatik.

Doch was bedeutet dieses „bewundert werden“? Für Bewunderung sind wir Menschen nicht gemacht, gibt der Sprecher im Anschluss zu bedenken. Meist werden diejenigen bewundert, die mit dem Finger auf die Schwächen anderer zeigen. „Wer bewundert wird, wird nicht geliebt.“

Wieder folgen noch gewagtere Tanzchoreografien und Jonglage-Einlagen. Jeder der bunten Gruppe hat seine Soloeinlagen im Mittelpunkt der Zirkusmanege. Der Abend endet mit lautem Applaus, Rufen des Publikums nach Zugaben und dem Bekenntnis Andrea Baccomos: „Wir sind Künstler, wir sind arm.“

Allein, passend zum Thema der Alleinsamkeit, gehe ich nach Hause. Ein Zirkuszelt lädt zum Träumen ein. Ich frage mich, wann ich eigentlich das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht habe. Infos und Termine erhalten sie unter http://www.momolo.de

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