Allgemein/Kopfkino

I was Thursday’s child

Der 24. Januar eines bestimmten Jahres war ein Donnerstag. Auch ich war also ein „Thursday’s child“, ein Kind des Donnerstags, wie David Bowie singt.


Ist das ein Zufall? Oder gehört es zu diesem bereits abgedrehten Film, der hier abläuft und sich Leben nennt? Eine junge Frau, die fesselnde Blogeinträge schreibt, wünscht sich David Bowie an ihrer Seite, als mit Hilfe eines EEGs epileptische Anfälle bei ihr ausgelöst werden. Ich habe den Blogeintrag verschlungen. Wenn ich die manchmal grauenhafte Realität nicht beeinflussen kann, dann werde ich mich in Zukunft eben zurücklehnen und mit der richtige Dröhnung und der passenden Musik den Film betrachten.

Bekifft die Mondscheinsonate hören. Das ist angenehm. Die Zeit steht still, aber ich verliere mich.

Der Tag kommt mir vor, wie ein Leben im Wolkenkuckucksheim.

Wolkenkuckucksheim

Ich schreibe mir auf, mit wem ich heute alles geredet habe. Es waren eine Menge Leute. Aber trotzdem kommt mir jetzt alles vor wie ein Traum. Als wenn ich durch den Nebel krieche. Ich wandle im Schlaf durch den Tag. Ich taumele. Das taucht doch in diesem Gedicht „Weihnachten 99“ von Philipp Schiemann auf? Ich reagiere nur noch auf alles automatisch. Aber ich kann es nicht mehr fassen. Liegt das an der Krankheit? An den Medikamenten? Fühlt es sich so an, wenn man wahnsinnig wird?

Aber „stoned“ bekommt der Film Risse. An den Rissen und Aussetzern, an den Rändern, die sich auflösen, merke ich, dass das alles nicht real sein kann. Tag, jetzt habe ich dich durchschaut. Aber ändern kann ich es ja doch nicht.

Ich habe die aktuelle World-Press-Ausstellung gesehen. Es ist so viel Liebe, Hass und Schmerz auf den Fotos zu sehen. Vier tote Kinder in einer Leichenhalle. Sie sehen schrecklich friedlich aus. Und so leer! Ich sollte keine Bilder mehr machen, die nur „egal“ sind, die irgendetwas darstellen. Gute Fotos zeigen nicht nur ein Objekt, ein Abbild. Vielleicht gelingen mir irgendwann Bilder, die ein bestimmtes Gefühl transportieren! Daran werde ich arbeiten. Und an allem anderen auch.

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